Klause und Klausner

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Klause als Lebensumfeld für den Klausner

Zurückgezogenheit schützen

Schon der schweizerische Nationaleremit Niklaus von der Flüe, der nach einer Vision im Jahr 1467 seine Frau und seine zehn Kinder verließ, um die letzten zwanzig Jahre seines Lebens in der Ranftschlucht in völliger Askese zu verbringen, blieb nicht lange einsam. Gerade deshalb weil er Abstand zum weltlichen Treiben hatte, genoss er das besondere Vertrauen von Hilfesuchenden. So kamen Mitglieder der Luzerner Staatsführung häufig zu Klaus in die Ranft, um ihn dort um seinen Rat zu bitten. Allmählich kam der Waldbruder Klaus sogar in den Ruf eines begnadeten Ratgebers, zu dem nicht nur die Eidgenossen, sondern auch Menschen aus dem weiteren Umfeld pilgerten.

Klausner haben es ebenfalls nicht immer leicht, ihre Einsamkeit zu verteidigen. Neugierige fragen an oder Hilfesuchende bitten den Klausner um seinen Rat. Auch die weltlichen Dinge rund um die Klause erfordern die Aufmerksamkeit des Klausners.

Entstehung und Erhalt der Klause

Jede Klause hat ihre Geschichte. Um eine Klause zu gründen braucht es viel materiellen und ideellen Einsatz. Entscheidend für eine Klausengründung ist jedoch das Vorhaben ein zurückgezogenes Gebetsleben zu führen. Die Klause bietet den Rahmen dafür. Die nachfolgenden Klausner haben die Aufgabe diese Rahmenbedingungen zu erhalten und zu verbessern.

Klause als Schutz von äußeren Einflüssen

Eine Klause ist ein Raum des Rückzugs und der Stille. Die Klause bietet den Rahmen um über Gott, Welt, die Mitmenschen und über sich selbst nachzudenken. Die Klause bietet dem Klausner einen gewissen Schutz vor den Ablenkungen der Welt. Entscheidend ist aber innerlich frei zu sein von all dem was hindert in ein gutes Gebet einzutreten. Abgeschiedenheit und innerliche Ruhe sind hilfreich, damit Begegnungen mit Gott stattfinden kann. Das Ziel ist für den Klausner ein ungestörtes Gebetsleben. Dieses Ideal wird aber nie ganz erreicht werden. Es ist zu bedenken: So abgeschieden Klausen auch sein mögen, es gibt immer wieder Situationen, wo es um weltliche Dinge geht, die der Klausner regeln muss. Klausner müssen ihren Raum in der Welt verteidigen, was das Umfeld von Klause und Klausner betrifft. Es ist nicht so, dass sich Klausner von der Welt ganz verabschiedet haben. Die ziehen sich nur von ihrer Betriebsamkeit zurück.

Klause als Ort es Austausches

Für Klausner ist die Klause nicht nur als ein Ort der Konzentration, sondern immer wieder auch ein Ort des Austausches. Das gehört seit jeher zum eremitischen Leben. Klausner teilen ihren geistlichen Schatz gerne mit anderen, soweit dies seine Hausordnung zulässt.

Klausen als Wegweiser zur Transzendenz

Dass in unserer Welt vieles nicht mehr stimmt, das wird kaum einer abstreiten. Weil das so ist, darum braucht die Welt Orte wie die Klausen. Es sind Plätze der Stille, der Einsamkeit, und der Einfachheit. Klausen sind so etwas wie Gegenpole zu Leistungsdenken, Aktionismus und Konsum. Für diese weltlichen Dinge ist der Mensch aber nicht geschaffen. Vielmehr ist der Mensch als Ebenbildlichkeit Gottes gedacht. Es braucht solche Orte und Menschen, die an das Wesentliche erinnern. Klause und Klausner wollen den Blick auf das Transzendentale richten und helfen, dass die Welt wieder ein Stück weit in Ordnung kommt.

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