Klause und Klausner

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Geschichtliches zur Klausnerbewegung

Die Anfänge

Seit frühester Zeit gehört eremitisches Leben zum Bild der Kirche. Im Alten Testament wird das Volk Gottes in die Wüste geführt. Der Prophet Elija lebt in der Wüste und tritt für Jahwe ein. Im Übergang zum Neuen Testament ist es Johannes d. Täufer, der in der Wüste in einfachen Verhältnissen lebt. Er wird auch als Urvater des eremitischen Lebens genannt. Jesus selbst hat sich immer wieder in die Einsamkeit zurückgezogen, um dort zu beten. Für die ältesten Lebensformen eines gottgeweihten Lebens stehen die Eremiten, Einsiedler und Klausner. Einer der bekanntesten Einsiedlergestalten ist Antonius d. Große (251-356). Durch seine Lebensbeschreibung gingen viele in die Wüste, um dort Gott zu suchen. Eremitisches Leben gehört von Anfang an zum Ausdruck christlicher Spiritualität bis hinein in unsere Tage. Neben Ordenseremiten unter der Leitung ihres Ordensoberen und den Diözesaneinsiedlern unter der Leitung des Bischofs gibt es Klausner, die nach dem Vorbild des Klaus v.d. Flüe Gott allein verpflichtet sind oder auch einen geistlichen Vater haben. In verschiedenen Variationen und einmal mehr und dann wieder weniger zieht sich das Klausnertum durch die Epochen der Kirchengeschichte bis heute.

Klausner im 3. Jahrhundert

Klausnerleben ist eine Lebensform, die in allen Religionen bekannt ist. Schon vor der Zeit Jesu gab es Menschen, die aus religiösen Gründen allein in einsamen Gegenden lebten. Auch in der Urkirche gab es diese Lebensform. Den Auftrag Jesu, wenn du betest geh in deine Kammer, haben sich einige zur Lebensaufgabe gemacht. Die frühe Kirchengeschichte (ab etwa 100 n.Chr.) berichtet von Menschen, die sich zurückziehen, um zu beten und für Gott zu leben. Durch den heiligen Antonius ist der Rückzug von der Welt, für ein ungestörtes Gebetsleben, berühmt geworden. Im dritten Jahrhundert breitet sich durch die Lebensbeschreibung des Hl. Antonius des Großen die Eremtien- und Klausnerbewegung stark aus.

Klausner im Lauf der Kirchengeschichte

Die Figur des Eremiten, Einsiedlers und Klausners ist ein uraltes christliches Kulturgut. So erwähnt im 6. Jahrhundert der Heilige Benedikt in seiner Ordensregel den Einsiedler als die eine von vier Arten von Mönchen. Allerdings war dem Klausner oder Eremiten in der neueren Geschichte nicht immer Glück beschieden. Jahrhunderte lang war diese Lebensform in der Kirche praktisch ausgestorben und überlebte nur noch als Randexistenz.

Niedergang der Klausner im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert wurde das kontemplative Ordensleben für nutzlos gehalten und ging in eine tiefe Krise. Wer trotzdem als Klausner leben wollte musste das „privat“ tun und bekam von staatlicher oder kirchlicher Obrigkeit keine Hilfen. Auch schwierige Zeiten konnten diese Lebensform nie ganz auslöschen. Einige gab es immer, die auch unter schwierigsten Bedingungen, ihr Leben als Klausner gelebt haben. Obwohl das Einsiedler- und Klausnerleben zu Beginn des 19. Jahrhunderts verboten wurde, ist diese Tradition nie ganz abgerissen. Immer wieder bis heute noch gibt es einzelne, die sich nach dem Vorbild der Wüstenväter und des Hl. Klaus v.d. Flüe zu so einem Lebensentwurf entscheiden.

Aufleben der Klausnerbewegung im 20. Jh.

In neuerer Zeit ist bei Einsiedlern und Klausner ein Aufleben zu verzeichnen. Theologen nennen dafür auch einen Grund. Es ist ein starker Niedergang des öffentlichen kirchlichen Lebens zu verzeichnen und die Organisation Katholische Kirche taumelt von einer Krise in die nächste. Längst ist der Glaube in gesellschaftliche Nischen abgedrängt worden. Hinzu kommt, dass heute alles „verzweckt“ wird und nur noch am innerweltlichen Nutzen gemessen wird. Unter diesen profanen Gesichtspunkten wird heute der Glaube und sogar Gott gesehen.

Klausnerbewegung als Hinweis auf Gott

Entgegen dieser verhängnisvollen Entwicklung setzen die Klausner ein anderes Zeichen. Mit seinem Lebensentwurf sagt jeder Klausner, dass es um Gott, seine Gebote und das Gespräch mit ihm geht. Das was die Welt für wertvoll erachtet ist beim Klausner hinten angestellt: Reichtum, Wohlstand, beruflicher Erfolg, Ansehen. Für den Klausner heißt es: Gott allein genügt (nach Teresa von Avila).

Obwohl die katholische Kirche das Eremitendasein 1983 auf offizielle kirchenrechtliche Beine gestellt hat, tut sie sich oft genug schwer mit dieser radikalen Lebensform. Eremiten und Klausner gelten vielen Geistlichen als leibhaftige Gegenentwürfe zu den maßgebenden Theologen. Die Tradition der Wüstenväter, der Ordensgründer, der Mystiker, Eremiten und Klausner vieler Jahrhunderte ist wie ein Aufruf an alle kirchlichen Personen mit ihren Aktivitäten: „Vergesst die Liebe nicht und vergesst den Herrgott nicht“.

Klausnerbewegung als Gegenpol zur profanen Welt

Weil vieles in der Welt aus dem Lot geraten ist, darum gibt es Menschen, die dem entgegensteuern wollen. Wollte man pauschalisieren, könnte man sagen, je oberflächlicher verzweckter und liebloser diese Welt wird, desto größer die Sehnsucht nach Einfachheit und dem Wesentlichen im Leben. Das gilt auch innerkirchlich. Mitarbeiter in Pfarrei und Ordensangehörige müssen immer mehr Aufgaben übernehmen und haben oft nur wenig Zeit für das Gebet. Daher bleibt für Kontemplation nur ein Lebensentwurf als Eremit und Klausner als Alternative. Mit jedem neuen Klausner erfährt die tiefe Spiritualität des Gebetes eine Wiederbelebung. Das was Kirche im innersten ausmachen müsste, die tiefe Verbundenheit mit Christus, ist für den Klausner die Lebensmitte. Indem die Klausner ihre Frömmigkeit leben, predigen sie der Welt, auch ohne Worte: Es geht um Gott. So gesehen ist die Geschichte des Klausnertums eine Erneuerung des Glaubens und drückt die Hoffnung der Christen aus, Gott immer wieder neu zu begegnen.

Klausnerbewegung setzt Botschaft für die Welt

Die Klausnerbewegung setzt Zeichen - sie macht andere darauf aufmerksam, dass sie am wirklichen Leben vorbeileben. Weil der Klausner auf die göttlichen Dinge hingeordnet lebt, macht er andere darauf aufmerksam, dass sie am wirklichen Leben vorbeileben.

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